Globale Gedankenkontrolle – bald keine Sience-Fiction mehr

Schon lange wollen die großen Unternehmen der digitalen Welt unsere Gedanken lesen, um eine  ungehinderte Kommunikation, beispielsweise zwischen Menschen und sozialen Netzwerken, Computern und Maschinen zu ermöglichen. Fraglich ist jedoch, ob diese neue Technologie nicht unser bisheriges Leben, so wie wir es kennen, radikal verändern wird. Werden wir auch in Zukunft weiterhin so frei leben können, wie wir es heute noch können?

Der amerikanische Unternehmer, Elon Musk (PayPal, Tesla, SpaceX) hat sich mit seinem neu gegründeten Unternehmen namens „Neuralink Corp“ als Ziel gesetzt, Maschinen und das menschliche Gehirn mittels Schnittstelle zu verbinden, um eine Art „einvernämliche Telepathie“ herzustellen.

„Neuralink Corp“ warb anfangs dafür, durch das Einsetzen von Elektroden in das menschliche Gehirn, schwere Krankheiten, wie beispielsweise Gehirntumore zu behandeln oder sogar heilen zu können. Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter. Derzeit laufen auch Tests, an völlig gesunden Probanden, um an einer sogenannten Gehirn-Maschine-Schnittstelle zu forschen.

Ähnliche Versuche laufen derzeit auch beim US-Unternehmen Facebook.

 

Die Revolution der Kommunikation

Nach Aussagen Musk's möchte er diese bahnbrechende Technologie bereits in vier Jahren auf den Markt bringen. Erste Test sollen dann zunächst vorrangig an Patienten mit Gehirnerkrankungen durchgeführt werden. Sollten diese erfolgreich verlaufen, will er seine „Revolution der Kommunikation“ in acht bis zehn Jahren auf den Markt bringen.

Problem sei aus seiner Sicht, dass Kommunikation per Text oder Sprache immer stark komprimiert sei. Es werde nur das Nötigste der vorher ablaufenden Gedankenprozesse ausgegeben.
Mit der Gehirn-Maschine-Schnittstellen-Kommunikation wäre es aber möglich, sämtliche Informationen ungefiltert und eins zu eins seinem Gegenüber zu übertragen – und das ohne überhaupt schreiben oder sprechen zu müssen.
Kommunikationspartner könnten sich so allerdings auch Gedanken übertragen, die sie zu tiefst verstörend empfinden. Denn schließlich spricht man nicht jeden Gedanken aus, sondern überlegt, und filtert, was man letztendlich ausspricht.
 
Hat man beispielsweise einen negativen Gedanken gegenüber seinem besten Freund, spricht man ihn aber nicht zwangsläufig aus, um ihn nicht zu verletzen und am Ende gar die Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Dieser Prozess entfällt jedoch mit der neuen Technologie völlig, denn die vernetzten Geräte und Menschen lesen sämtliche Daten ungefiltert aus.

Zudem läuft der Kommunikationsverkehr dann auch über dritte Parteien, wie beispielsweise Facebook, die nicht nur alle Daten sammeln, sondern bewiesener Maßen diese mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz weiter auswerten.

Elon Musk steht in einem von seiner Firma SpaceX gefertigten Raketenbauteil.  Foto: (c) Von SpaceX - http://www.spacex.com/media, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64749202

 

Und was passiert mit meinen im Gehirn gespeicherten Passwörtern und PIN's?

Ein weiterer wichtiger Punkt, auf den von Seiten der Technologie-Unternehmen bisher überhaupt nicht eingegangen wurde. Was passiert beispielsweise mit den im Gehirn gespeicherten Zugangs- und Kontodaten? Sind diese dann auch völlig frei einlesbar oder erst dann, wenn der Betreffende genau daran denkt, z.B. an die PIN seiner Sparkassen-Card?
Und was ist mit geheimen Wünschen und Gedanken? Haben Sie Ihrem schlimmsten Feind nicht auch schon mal den Tod gewünscht? Was wenn eine künstliche Intelligenz, die Ihre Gedanken mitliest, Sie darauf hin als potentiellen Terroristen einstuft und die Polizei alamiert?

Quelle: Heise/ Telepolis/ The Wall Street Journal