Wie nah sind wir einem Dritten Weltkrieg?

Erst die Sanktionen gegen Russland, dann der dubiose Fall des Doppelagenten Skripal. Nun beschuldigt der Westen Putin auf der Grundlage von Vermutungen und Spekulationen. Dies könnte der Beginn eines neuen Krieges in Europa sein.  
Spielt Syrien im Kampf der Weltmächte eine Schlüsselrolle? Und entscheidet sich womöglich hier, ob es zu einem 3. Weltkrieg kommt?

Ein Kommentar von Hannes Holly

Liebe Leserinnen und Leser, kommt ihnen das aktuelle Weltgeschehen nicht seltsam vor?
Haben Sie nicht auch diese komischen Gefühle: Angst, Verwirrung und Unwissenheit?
Läuft es in unserer Weltdiplomatie gemäßigt, wie immer, oder wird uns ein falsches Bild suggeriert?

Der Giftanschlag in England

Nun ja, wenn man die Geschehnisse rund um den Giftanschlag verfolgt, bekommt man Angst oder das unangenehmste Fremdscharmgefühl, das Sie sich vorstellen können.
In Großbritanien wurden ein ehemaliger, russischer Doppelagent namens Skripal und seine Tochter lebensgefährlich vergiftet. Mittlerweile sind beide, Gott sei Dank, außer Lebensgefahr.
Da es sich bei dem äußerst brutalen Nervengift "Nowitschok" um einen sowjetischen Kampfstoff handelt, nahm man vorschnell an, dass es sich bei dem Täter um Russland handelte. Das ist ähnlich paradox, wie die Annahme, dass alle Terroristen, die ja oft mit einer AK 47 oder auch besser bekannt als "Kalaschnikow" bewaffnet sind, Russen wären, nur weil diese Waffe in Russland entwickelt wurde.
Sie sehen was ich meine. Kurz nach dem Attentat wäre kein normal denkender Mensch auf die Idee gekommen, dass sich die politischen Diskurse und die daraus folgenden Handlungen auf so einen Pfad begeben.
England erhob sofort scharfe Anschuldigungen und wies zahlreiche Diplomaten aus, ohne das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten. Auf der einen Seite ist es nachvollziehbar, auf der anderen höchst bedenklich. Aber dass Deutschland sich da einmischen muss, ist völlig absurd. Uns geht dieser Giftanschlag nichts an und doch erheben auch Kanzlerin Merkel und Außenminister Heiko Maas schwere Anschuldigungen gegen Russland, obwohl keine Beweise vorliegen. Ja, man möchte gar zweifeln, ob Heiko Maas sein Staatsexamen so ohne weiteres bestanden hat, wenn er doch offenbar von dem Wort: „Unschuldsprävention“ nie etwas gehört hat.
Und sein Sie mal ehrlich! Glauben Sie ernsthaft, dass sich der russische Geheimdienst – FSB so blöd anstellt und es nicht schafft einen Agenten zu eliminieren und dann noch offene Spuren legt?
Nein, ich glaube ganz und gar nicht, dass der Russe da seine Finger im Spiel hat. Fragen Sie sich doch bitte immer: „Cui bono?“ - „Wem nutzt es?“ Russland provitiert da überhaupt nicht von, ganz im Gegenteil! Auch der Zeitpunkt des Giftanschlages, kurz vor den Präsidentschaftswahlen, war zudem sehr ungünstig für Russland und spricht daher eher für die Unschuld Putins.  

Und was ist in Syrien eigentlich los?

Saudiarabien teilt mit, dass sie bereit zum Angriff auf Syrien sind. Israel soll bereits Bomben abgeworfen haben, schweigt sich dazu aber aus und auch Trump droht Syrien und den Russen mit Angriffen.
Russland äußert sich dazu, indem sie ankündigen, jede Rakete abzuschießen und auch die Abschusseinrichtungen anzugreifen. [Amerikanische Kriegsschiffe]
Jetzt sieht es natürlich so aus, als ginge uns die Situation nichts an und wir wären fein raus. Aber bedenken Sie, dass Deutschland mit Amerika in der NATO ist und dass ein militärischer Konflikt mit Russland verherrende Folgen haben könnte, schließlich ist der Russe direkt vor unserer Haustür. Und ich mache mir große Sorgen, wieder Wehrdienst leisten zu müssen. Ich bin immerhin 14 Jahre alt. Es liegt nicht in all zu ferner Zukunft. Wir wissen nicht, wie weit die Kriegstechnologie bereits ist und schweben in einer Wolke voller Angst und Unwissenheit.
Bitte bedenken Sie, dass so ein Krieg immer aus wirtschaftlichen Interessen geführt wird. Überlegen wir doch mal was eventuelle Gründe sein könnten:
Syrien hat ein, nicht all zu geringes Erdgasvorkommen. Die Amerikaner wären blöd, wenn sie das nicht interessiert. Außerdem sollen zwei Gas-Pipelines durch Syrien gebaut werden. Die Russen sind selbst große Erdgas-Exporteure und haben sicher kein Interesse an der Förderung fremden Gases. Vielleicht ein Hauptgrund, warum Russland Syrien unterstützt?

Grafik (c) XPRESS Online

 

Eine der Pipelines entspringt in Katar, die andere im Iran. Die Pipeline, deren Ursprung in Katar liegt, wird auch „Quatar-Turkey Pipeline“ genannt und von Amerika unterstützt. Die „Iran-Iraq-Syria Pipeline“ steht in Russlands Interesse. Beide Pipelines sollen Europa versorgen. Vor allem Osteuropa. Die Ukraine und Co. waren bislang auf russisches Erdgas angewiesen. Russland hat der Ukraine sogar schon mal kurzerhand den Erdgashahn zugedreht.
Ich denke, dass Amerika ein Interesse daran hat, den Handelskrieg mit Russland weiter auszubauen und deshalb auch für die Unabhängigkeit Europas von russischem Gas kämpft.
Warum aber die zweite Pipeline von Russland unterstützt wird ist fraglich. Ich vermute, dass dort Handelsabkommen und Zusammenarbeiten mit der russischen Gas-Industrie geplant sind. [Syrien, Iran, Irak und Russland sind in einem Bündnis mit russischer Dominanz]
Auf jeden Fall ist es Fakt, dass beide Pipelines durch Syrien führen werden und sich auch da schneiden. Wer also Syrien in der Hand hat, kontrolliert den Bau der Pipelines und deshalb haben große Völker, wie Amerika und Russland ein sehr großes Interesse an Syrien. Die einen versuchen mit, die anderen gegen Assad zu gehen, doch es geht nicht um Assad oder irgendwelche Menschenrechte, wie man uns weis machen will, sondern einzig und allein um die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen.
Es könnte also durchaus sein, dass der 3. Weltkrieg ausbricht und er auf einen Konkurrenzkampf staatlicher Wirtschaftsinteressen, nämlich Erdgas zurück zu führen ist.
Fürchterlich, wie viele unschuldige Menschen ihr Leben dafür hergeben müssten. Man kann nur beten, dass dieses Unheil und die Gier nach Geld und Macht von uns fernbleibt, von uns allen fernbleibt.

Die Geschichte wiederholt sich

Nun ja, wir werden es, falls wir dann noch unter den Lebenden weilen, in den Geschichtsbüchern nachlesen können.
Uns allen sollte es eine Lehre sein, die Russen in Ruhe zu lassen. Wir können so froh sein, dass die Russen die Wiedervereinigung Deutschlands erst möglich gemacht haben. Ansonsten würden meine Familie und ich immer noch im tiefsten, sozialistischen Überwachungsstaat [DDR] leben und ich hätte diesen Artikel gar nicht schreiben dürfen.
Zu dem möchte ich, dass wir noch einmal der Millionen von toten Russen durch uns Deutsche im 2. Weltkrieg gedenken.

Wir sollten die Geschichte als Lehre, Mahnung und Hinterfragung achten und ständig im Hinterkopf behalten.
Nicht alles ist war, was man uns erzählt und erzählte. Jeder Krieg beginnt mit Lügen.


Nur die Geschichte kann uns die korrupten Machenschaften im Hintergrund deuten lassen.

Ähnliche Themen