Der Fall Skripal und der MI6 - ein Agenten-Krimi

Nach aktuellen Medienberichten schweben erneut zwei Menschen aus Salisbury (England) nach Kontakt mit einer "unbekannten Substanz" in Lebensgefahr. Vor einigen Monaten traf es in dieser Gegend schon einmal zwei Personen - den russischen Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter. Damals eregte der Fall große mediale Aufmerksamkeit. Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, auf welches Konto dieser Giftanschlag geht. Ohne eindeutige Beweise und juristische Objektivität wurde Russland für diesen Vorfall verantwortlich gemacht. Doch was unabhängige Untersuchungen bisher ergeben haben, sucht man in der „Mainstream-Presse“ oft vergeblich. Gräbt man tiefer, entspinnt sich ein wahrer Agenten-Krimi.

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Das Attentat

Am 4. März 2018 wurden der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija ohnmächtig auf einer Parkbank aufgefunden. Beide kamen sofort ins Krankenhaus und schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Nach eingehenden Untersuchungen, deutete vieles auf den Einsatz des Nervengiftes „Nowitschok“ hin. „Nowitschok“ - zu deutsch „Neuling“ - wurde in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt, bereits eine niedrige Dosierung kann zum Tod führen. 

Das OPCW [Organisation für das Verbot chemischer Waffen] verkündete als erstes, dass es sich um „Nowitschok“ handele. Man "sei sich zweifelsfrei sicher", hieß es damals. Theresa May, die britische Premierministerin, bezichtigte kurz darauf Russland, den Anschlag verübt zu haben. Schließlich könne das Gift nur in Russland hergestellt worden sein.

 

The Mill – das Pub in Salisbury, in dem Skripal und seine Tochter Spuren des Gifts hinterließen. Foto (c) The Mill – das Pub in Salisbury, in dem Skripal und seine Tochter Spuren des Gifts hinterließen.

 

Deutschland weist russische Diplomaten aus

Auch hier in Deutschland machte man schnellen Prozess und wies kurzerhand vier russische Diplomaten aus. Außenminister Heiko Maas, der zuletzt mit seinem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Netzdg) in die Schlagzeilen geriet, begründete diesen Schritt auf Anfrage der AfD damit, dass Russland keinerlei Anstrengungen unternehme, Beweise zu liefern, welche deren Unschuld belegen könne. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung, d.h. so lange die Schuld nicht bewiesen ist, gilt der Angeklagte für unschuldig, schien Mass und auch anderen Politikern völlig fremd zu sein.

Was ergaben Untersuchungen verschiedener Labore?

Neben dem OPCW sind sich mehrer Labore sicher, dass es sich um "Nowitschok" handele, auch wenn nicht alle die Hypothese vertreten, dass das Nervengift aus Russland stammt. Einzig das „Spiez Labory“ [Schweizerisches Institut für ABC-Schutz] widersprach dieser Annahme. Nach einer Untersuchung konnte das Labor Elementspuren von "BZ" feststellen. Nachdem das Labor ein Gutachten an das OPCW schickte, ging auch der russische Außenminister Lawrow mit den neuen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Laut „Spiez“ ist "BZ" ein nicht tötliches Nervengift. Anders als bei „Nowitschok“ wirkt "BZ" bei dem Konsumenten nur für ca. 2-4 Tage. Laut „Spiez“ würde kein Mensch eine höhere Dosierung von „Nowitschok“ überleben. Quellen belegen, das "BZ" ein Nervengift aus dem NATO-Waffenarsenal ist, das vor allem in Großbritannien und den USA hergestellt wird.

Die jetzige Beweislage

Die Skripals wurden vergiftet. Sie schwebten in Lebensgefahr, haben es aber inzwischen überstanden. Der oder die Täter sind unbekannt. Es existieren zwei verschiedene Gifte, von denen eines zum Einsatz gekommen sein könnte. Eines der Gifte ist bei dieser Dosierung tödlich, das andere nicht. Eines der Gifte stammt ursprünglich aus dem russischen Waffenarsenal, das andere aus dem der NATO. Die Herkunft der Gifte sagt zunächst nichts über den Täter, bietet aber Raum für Spekulationen. Wir haben also zwei potenzielle Täter auf staatlicher Ebene. Die Briten, die eng mit den Amerikanern zusammenarbeiten und die Russen. Skripal ist ein Doppelagent, der für beide Seiten gearbeitet hat. Mehrere Jahre saß er in russischen Gefängnissen und kam letztlich durch einem Agentenaustausch mit den Briten frei. Man muss wissen, das in der "Branche" ein Kodex gilt: ausgetauschte Spione werden nicht umgebracht. Anders sieht mit Agenten im aktiven Dienst aus. Skripal war nach allgemeinen Erkenntnissen nicht mehr aktiv.  Die Russen könnten also kein Interesse an seiner Vergiftung gehabt haben, weil es ihnen keinen Vorteil erbracht hätte. Zudem hätten sie lange zuvor die Möglichkeit gehabt, schließlich saß Skripal lange in russischen Gefängnissen, da hätte man Zeit und Möglichkeiten gehabt. 

Das Attentat hinterlässt aber offene Spuren, die in Richtung Russland zeigen. Kein Geheimdienst der Welt würde Spuren in die eigene Richtung legen. Auch das der Kreml damals kurz vor den Präsidentschaftswahlen und der beginnenden Fußball-WM einen Mord in Auftrag gegeben haben soll, ist auszuschließen. Das hätte ihm nur geschadet und wäre für die Kritiker im In- und Ausland ein "gefundenes Fressen".

Die Briten und ihr MI6 hätten ebenfalls kein Interesse am Tod Skripals haben können, da es ihnen wie auch Russland keinen Vorteil gebracht hätte, einen eher unwichtigen Agenten zu exekutieren. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Skripal noch lebt. Niemand wollte ihn töten. Skripal wurde aber vergiftet, wer also hatte ein Interesse daran? Die „westlichen Medien“ dominieren den weltweiten Journalismus und sind eher Russland-feindlich und Pro-NATO eingestellt. Die NATO-Staaten könnten die Verantwortung problemlos über die Medien auf Russland schieben, selbst wenn sie selbst Drahtzieher des Attentats waren. Noch steht nichts fest, doch Russland ist bereits schuldig gesprochen - und alle, von Deutschland bis Australien, waren sich einig.


Welche Vorteile hätte der MI6 durch die Vergiftung Skripals?

Großbritannien hätte einen enormen Vorteil durch die Vergiftung eines russischen Agenten. Vorausgesetzt, man könnte Russland dafür verantwortlich machen. Großbritannien ist das "kleine Schoßhündchen" Amerikas, das im gleichen Interesse wie die USA handelt. Der Vorteil wäre, dass sie durch mediale Propaganda das Feindbild Russlands stärken und natürlich weiter provozieren könnten, um die „transatlantische Einheit gegen russische Aggression“ weiter voranzutreiben. Russland blockiert westliche Interessen und unterstützt die Länder, von denen Amerika gerne Rohstoffe wie Öl und Gas haben möchte und wenn nötig gegen sie Krieg führt. Im Vergleich zu den NATO-Staaten verhält sich Russland eher zurückhaltend und friedlich. Das immer wieder herangeführte Beispiel der Annexion der Krim, soll Russlands Aggression belegen - allerdings wissen wir heute, dass die USA damals den Putsch in der Ukraine finanziert haben, um die gewählte Regierung zu stürzen. Russland hat eingegriffen, um sich den für sie wichtigen strategischen Zugang zum Schwarzen Meer zu sichern. Davon hört man allerdings in den westlichen Medien überhaupt nichts. 

Amerika hat derzeit 20 einsatzfähige Flugzeugträger, Russland nur einen und die russischen Militärausgaben entsprechen 6 Prozent denen Amerikas. Trotzdem ist es den westlichen Leitmedien nicht recht, wenn Russland einen souveränen Staat wie Syrien unterstützt, der nicht im Interesse Amerikas handelt. 

Abschließend lässt sich sagen: Der Skripal-Anschlag spielt inzwischen im aktuellen Weltgeschehen keine Rolle mehr. Er zählt jedoch zu einer ganzen Reihe von Vorkommnissen, die dazu dienen könnten, das Ansehen der russischen Regierung weiter zu schaden. Die westlichen Medien hatten in diesem Fall fast ausschließlich einseitig, vor allem russland-kritisch berichtet. Dies kritisierte auch die frühere ARD-Korrespondentin und Russland-Expertin Gabriele Krone-Schmalz.

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Quelle: zeit.de, labor-spiez.ch, sputniknews, zdf, wikipedia