„Bin gut darin, Menschen umzubringen“ - Barack Obama auf Evangelischem Kirchentag

Noch bis zum 28. Mai feiern tausende Gläubige auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin. Als einer der Höhepunkte gilt die Diskussionsrunde mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und der Bundeskanzlerin Merkel am heutigen Donnerstag (25.05.2017) vor dem Brandenburger Tor. Beide Politiker bezeichnen sich dem Christlichen Glauben stark verbunden, rund eineinhalb Stunden sprachen sie über christliche Werte, Demokratie, Flüchtlingskrise und Terrorismus.

Ein Kommentar von Robin Zimmermann

Barack Obama - Friedensfürst oder Todesengel?

Der Westen ist gut, Putin und Assad sind böse. Dieses Schwarz-Weiß-Denken vermitteln uns Tag für Tag unsere Medien. Und genau das entspricht auch der Schwarz-Weiß-Schablone in unseren Köpfen. Also muss all das, was der Westen tut, grundsätzlich gut sein, oder?
Natürlich passieren auch ein paar schreckliche Dinge, wie die Destabilisierung ganzer Regionen im Nahen und Mittleren Osten, das Wegbomben ganzer Staaten, das Abschießen von Menschen durch Drohnen (ohne dass Sie jemals Anspruch auf ein ordentliches Gerichtsverfahren gehabt hätten) oder das Stürzen von demokratisch gewählten Regierungen.
Aber all das muss halt in kauf genommen werden im Kampf gegen den Terror - da können schließlich schon mal Fehler passieren. Und genau diese Argumentation bekamen auch die Besucher des diesjährigen Evangelischen Kirchentages in Berlin präsentiert. Auf die Frage, wie Barack Obama als Friedensnobelpreisträger denn mit den vielen zivilen Opfern seiner Drohnenangriffe umgehen würde, antwortete er sinngemäß: „Meine Entscheidungen haben durch Fehler manchmal zum Tod Unschuldiger geführt, aber wir werden unsere (Tötungs-)Systeme besserer und zielsicherer machen, damit es in Zukunft weniger zivile Opfer geben wird.“

Soll also heißen: Das Töten ist grundsätzlich schon okay, aber hin und wieder erwischt es halt mal den Falschen. Wie Obama, der regelmäßig in der Bibel liest, (um ein besserer Mensch zu werden) und sich selbst als Christ bezeichnet dies allerdings mit dem 5. Gebot „Du sollst nicht töten“ vereinbaren will, hat er leider nicht erklärt. Ohnehin waren kritische Fragen in dieser Diskussionsrunde eher die Ausnahme. Nachfragen aus dem Publikum waren (wohl vorsorglich) nicht vorgesehen.

Friedensnobelpreisträger Obama: „Bin gut darin, Menschen umzubringen“

Wir erinnern uns: Im Kampf gegen den Terror tötete der US-Geheimdienst CIA in den Jahren 2009 bis 2015 mit unbemannten Flugangriffen über 3.000 Menchen. Einige davon genehmigte Barack Obama höchstpersönlich. Und der Friedensnobelpreisträger ist sichtlich stolz auf seine todbringenden Befehle. Denn in einer internen Besprechung soll er laut einem Bericht der Washington Post gesagt haben: „Ich bin echt gut darin, Menschen zu töten“.
Ich frage mich, wie skrupelos man sein muss, die Morde erst anzuweisen und dann hinterher noch damit anzugeben?

Edward Snowden

„Heute kann ein US-Präsident morden, ohne jemals dafür zur Verantwortung gezogen zu werden“

Obama steht auch für die Verfolgung kritischer Journalisten und Whistleblower wie Edward Snowden. Käme dieser zurück in die USA, würde ihn ganz sicher die Todesstrafe erwarten. In einem Interview sagte er kürzlich: „Barack Obama ist kein Retter und auch kein Held. Als er ins Weiße Haus gewählt wurde, sagte er all die Dinge die wir hören wollten. Er sagte, es werde in Amerika kein Abhören ohne Gerichtsbeschluss mehr geben und er werde das Foltergefängnis auf Guantanamo an seinem ersten Tag als Präsident schließen. Nichts von diesen Versprechungen hat er gehalten, stattdessen hat er das Überwachungs-System noch weiter ausgebaut. Erst mit seiner Hilfe wurde eine nie dagewesene und verfassungswidrige Massenüberwachung von Orwell‘schen Ausmaßen autorisiert. Wir haben ein System geschaffen, indem ein US- Präsident morden kann, ohne dass ihn jemals jemand zur Verantwortung dafür ziehen wird.“

Auch Präsident George W. Bush bezeichnete sich als wiedergeborener Christ

Auch der frühere US-Präsident George W. Bush (Junior) bezeichnete sich als wiedergeborener Christ, ein Mensch also, der sich bewusst von seinen bösen Taten hin zu Christus bekehrt hat. Wir erinnern uns: Im „Krieg gegen den Terror“ während der Bush-Regierung wurden Menschen gefoltert und zahlreiche Kriegsverbrechen begangen. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Irak wurde allein durch Lügengeschichten der US-Geheimdienste legitimiert. Das wird heute offen zugegeben. Nicht thematisiert wird jedoch, das unsere Medien bei der Verbreitung dieser Lügen eine entscheidene Rolle gespielt haben. Heute versingt der Irak im Chaos, mindestens eine Million Menschen sind bei den Angriffen ums Leben gekommen.

Peter Hahne (ZDF-Moderator und Bestseller-Autor)

„Obama ist ein abgehalfteter Messias“

Auch der ZDF-Moderator Peter Hahne, früher selbst Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), übte scharfe Kritik am „Heilsbringer“ Obama. Erst kürzlich sagte er gegenüber der Osnabrücker Zeitung: „Obamas Politik hat Trump überhaupt erst möglich gemacht“. Der frühere US-Präsident habe trotz seiner „Heilsversprechen“ das Häftlingslager Guantanamo betrieben und Syrien im Stich gelassen. Obama sei ein „abgehalfterter Messias“.
Der EKD warf Hahne vor, sich in der Gegenwart Prominenter zu sonnen: „So wenig protestantisches Selbstbewusstsein tut schon weh“. Zudem nutze die Kanzlerin seiner Meinung nach den Kirchentag vor allem für Ihren Wahlkampf: „Ich frage mich schon, warum ich mit meiner Kirchensteuer Merkels Wahlkampf bezahlen soll“, so Hahne.

Merkel und Obama - ein Auftritt voller Scheinheiligkeiten

"Ich suche oft Rat in der Bibel, um herauszufinden, wie ich ein besserer Mensch und wie ich ein besserer Präsident sein kann", sagte Obama einmal beim traditionellen Nationalen Gebetsfrühstück im Weißen Haus. Es stellt sich jedoch die Frage, ob wir es bei Politikern wie Barack Obama, George W. Bush und Angela Merkel wirklich mit Menschen zu tun haben, deren Handeln man an christlichen Werten und Maßstäben messen kann? Oder ist alles nur schöner Schein, viele fromme Worte und am Ende doch alles nur Verlogenheit?
Ich für meinen Teil werde heute dafür beten, dass Gott den Menschen (nicht nur auf dem Kirchentag, sondern überall auf der Welt) buchstäblich die Augen öffnet, damit sie die Wahrheit erkennen. Denn wie heißt es schon in der Bibel? „An ihren Früchten (Taten) sollt ihr sie (unsere Politiker) erkennen“. (Matthäus 7,20)
 
In diesem Sinne
Ihr Robin Zimmermann 

 

Quelle: Focus, youtube, Washington Post, Osnabrücker Zeitung, N24