Anschläge in Dresden - 260 FBI-Agenten waren in unmittelbarer Nähe

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sollen nach Polizeiangaben am vergangenen Montagabend (26.09.2016) zwei Sprengsätze explodiert sein, Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden. Nur wenige hundert Meter entfernt waren über 260 FBI-Agenten in einem Hotel untergebracht.

Gegen 21:53 Uhr sollen die Polizeibeamten informiert worden sein, dass es eine Detonation vor der Moschee an der Hühndorfer Straße gegegen haben soll. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich der Imam mit seiner Frau und zwei Söhnen in dem Gebäude. Sie blieben unverletzt. Die Eingangstür des Objektes wurde durch die Druckwelle nach innen gedrückt, am und im Haus entstanden Verrußungen. Augenzeugen sollen beobachtet haben, wie ein 18-19 Jahre alter, mit einem dunklen Helm bekleideter Mann, kurz zuvor den Brandsatz gezündet haben soll. 

Wenige Minuten später, laut Polizeiaussagen gegen 22:19 Uhr, soll dann ein weiterer Sprengsatz nur 4 Kilometer weiter entfernt explodiert sein. Anschlagsziel: Das Internationale Congress Center Dresden an der Devrientstraße. Auch hier sollen Reste von selbstgebauten Bomben sichergestellt worden sein. Die Explosion soll sich auf dem Dach des Gebäudes ereignet haben. Durch die Hitze der Detonation zersplitterte eine Seite eines Glasquaders, der als Lichtschacht und Design-Element dient.

Für Polizeipräsident Horst Kretzschmar "stehen beide Anschläge in zeitlichem Zusammenhang". Neben einem fremdenfeindlichen Tatmotiv könnte es seiner Meinung nach auch "eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der deutschen Einheit" geben. Dort soll am 3. Oktober der Empfang des Bundespräsidenten stattfinden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière verurteilte die Anschläge indes "als empörend" und sieht die Attentate im Zusammenhang mit dem zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) in Berlin.

Über 260 Agenten in Sichtweite

Nur wenige Meter Luftlinie vom Kongresszentrum entfernt, wo sich auf der Freiterrasse kurz nach 22:00 Uhr der zweite Anschlag ereignete, sollen sich zum Tatzeitpunkt 262 FBI-Agenten in dem Hotel Bellevue aufgehalten haben. Das Kongresszentrum ist vom Hotel aus gut zu sehen, beide Gebäude liegen am Ufer der Elbe, schräg gegenüber. (siehe Foto)

Laut Medienberichten soll es sich bei den FBI-Kräften um handverlesene Absolventen der National Akademy handeln, die am selbigen Montag zu einer Fachtagung des "European Chapter" angereist waren. Bei der Tagung, die noch bis zum Mittwoch (28.09.2016) andauert, soll es um den Aufbau eines internationalen Netzwerkes zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität gehen.

 

Auf der Terrasse des Dresdner Kongresszentrums, in unmittelbarer Sichweite des Hotels Bellevue auf der anderen Seite der Elbe, soll nach Polizeiangaben der zweite Sprengsatz explodiert sein. Foto (c) Von SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26520305

 

Zuvor hatte es rund um das Hotel Absprerrungen und ein Aufgebot an Polizeifahrzeugen gegeben. Es ist anzunehmen, dass im Zuge der Sicherheitsmaßnahmen auch die gegenüberliegende Elbseite gesichert, bzw. beobachtet wurde. Fraglich ist, warum es den Attentätern trotzdem möglich war, unbemerkt auf die Freiterasse des Kongresszentrums zu gelangen. Spätestens nach der Detonation müssen Polizei oder die FBI-Ermittler die Täter vom Hotel aus beobachtet haben.
 

Anschlagsort (Kongresszentrum) und FBI-Tagung (Hotel Bellevue) liegen nur wenige hundert Meter auseinander. Über die Elbe hat man von einem zum anderen Gebäude freie Sicht. Screenfoto (c) google maps

 

Das Bekennerschreiben

Am Mittwoch (28.09.2016) war ein Bekennerschreiben auf dem Internetportal der Antifa (linksunten.indymedia.org) aufgetaucht, in dem sich die linksextreme Organisation zu den Anschlägen bekannte. Wenig später wurde das Schreiben jedoch wieder entfernt. Inzwischen erklärte die Antifa Dresden, dass es sich bei dem Schreiben um einen Fake handele. In dem Brief ist von einem "vorverlegten Feuerwerk" zum Tag der Deutschen Einheit die Rede. Die Anschläge sollen als Protest gegen eine "frauen- und israelfeindliche Ideologie" des Islam und gegen die verschärfte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung verstanden werden. Sowohl das Bekennerschreiben selbst, als auch dass die Attentäter ausgerechnet aus dem Umfeld der linken Szene stammen sollen, ist jedoch äußerst abwegig.

Waren Geheimdienste in die Anschläge involviert?

Letztendlich ist nicht auszuschließen, dass die Sprengsätze und/oder die Attentäter auch aus Geheimdienstkreisen stammen könnten. In derVergangenheit gab es ähnliche Fälle, die auf einen geheimdienstlichen Hintergrund schließen lassen. So enthüllte beispielsweise die Berliner Zeitung, dass das fehlgeschlagene Attentat vom 9. November 1969 auf die Jüdische Synagoge in der West-Berliner Fasanenstraße ebenfalls auf das Konto von Geheimagenten gehen soll. In seinem Buch "Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus" kann der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar anhand von Zeugen und Dokumenten zweifelsfrei belegen, dass die Bombe das Fabrikat des Berliner Verfassungsschutzes und desses Agenten Peter Urbach war.

Letztendlich muss man sich die Frage stellen, wem nützen die Anschläge und welche Konsequenzen wird die Bundesregierung daraus ziehen?