Gorch Fock I
SCHIFF AHOI - an Bord der legendären Gorch Fock

Schon ihr Name sorgt weltweit für Aufsehen. Das ehemalige Segelschulschiff Gorch Fock I ist Vorlage für viele Geschichten und zahlreiche Schiffsmodelle. Nach einer wechselvollen Geschichte liegt die betagte "Dame" nun wieder in ihrem ursprünglichen Heimathafen in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern).

Sie ist nicht nur der Inbegriff deutscher Seefahrtsgeschichte, sondern lässt jedes Matrosenherz doppelt so schnell schlagen - die legendäre „Gorch Fock I.“ Nach dem Untergang des Segelschulschiffs "Niobe" 1932 beschließt die deutsche Reichsmarine ein neues Schulschiff in Auftrag zu geben. Nach nur 100 Tagen Bauzeit verlässt die "Gorch Fock" am 3. Mai 1933 die Hamburger Werft Blohm & Voss.
Das Schiff wird in den Dienst gestellt, jedoch kommt mit Beginn des Krieges der Ausbildungsbetrieb völlig zum Erliegen. In den letzten Kriegstagen versenkt ein Sprengkommando der deutschen Wehrmacht das Schiff 1945 im Strelasund (Meeresarm der Ostsee).

Der Name „Gorck Fock“

Nach dem deutschen Schriftsteller Gorch Fock 1880-1916 (mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Kinau) wurden 2 Segelschulschiffe (Bj. 1933 und Bj. 1958) benannt.

Der deutsche Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau. Foto (c) wikipedia

 

Zwei Jahre später wird die Bark auf Anordnung der sowjetischen Militäradministratur gehoben und 1948 bis 1950 in Rostock und Wismar instand gesetzt. Ab 1951 ist das Schiff unter dem Namen TOWARISCHTSCH – zu deutsch „Kamerad“ – wieder unter Segeln, Heimathafen ist das ukrainische Kherson.

Über eine schmale Außentreppe gelangt der Besucher an Bord. Foto (c) xpress

 

Nach der Auflösung der Sowjetunion und einigen turbulenten Jahren erwirbt der Verein „Tall-Ship Friends e.V.“ 2003 das Schiff und transportierte es mit einem Dockschiff nach Stralsund. Nachdem die Schwimmsicherheit wieder hergestellt worden war, wurde die betakte „Dame“ unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf den alten Namen „Gorch Fock“ getauft.
Heute ist das Schiff ein schwimmendes Museum und steht auch für private Feierlichkeiten, wie Geburtstage und Hochzeiten (bis 500 Personen) zur Verfügung.

Blick vom Oberdeck, im Hintergrund die historische Altstadt von Stralsund. Foto (c) xpress
Mannschaftsräume mit Hängematten. Foto (c) xpress

 

Die Geschichte der Gorch Fock I

1933
Der Untergang des Segelschulschiffs Niobe 1932 ist für die Reichsmarine Anlass zum Bau der Gorch Fock. Nach nur 100 Tagen Bauzeit auf der Hamburger Werft Blohm+Voss läuft die Gorch Fock am 3. Mai 1933 vom Stapel.

1945
Mit Beginn des Krieges kommt der Ausbildungsbetrieb zum Erliegen. In den letzten Kriegstagen versenkt ein Sprengkommando der deutschen Wehrmacht das Schiff 1945 im Strelasund.

1947-1989
Zwei Jahre später wird die Bark auf Anordnung der sowjetischen Militäradministratur gehoben und 1948 bis 1950 in Rostock und Wismar instand gesetzt. Ab 1951 ist das Schiff unter dem Namen TOWARISCHTSCH – zu deutsch „Kamerad“ – wieder unter Segeln, Heimathafen ist das ukrainische Kherson.

1990-1997
Nach der Auflösung der Sowjetunion wechselt die Gorch Fock 1992 unter ukrainische Flagge. An den Reisen können jetzt auch Windjammer-enthusiasten aus aller Welt teilnehmen. Der Reparaturbedarf ist groß, Mittel in der Ukraine nicht verfügbar. Die TOWARISCHTSCH folgt zunächst einem Reparaturangebot nach Newcastle (Großbritannien), die Reparatur kommt wegen unzureichender Mittel nicht voran.

1998-2003
1998 bietet Tall-Ship Friends e.V. an, die Reparaturen in Deutschland anzugehen. Am 3. September 1999 macht die GORCH FOCK I in Wilhelmshaven fest. 2003 erwirbt der Verein die Bark, transportiert das Schiff mit einem Dockschiff nach Stralsund und lässt es unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von der Stralsunderin Rosemarie Schmidt-Walther auf den alten Namen „Gorch Fock“ taufen, nachdem an der Volkswerft Stralsund die Schwimmsicherheit wieder hergestellt wurde.

Die Gorch Fock und ihre Kapitäne. Foto (c) xpress

Öffnungszeiten der „Gorch Fock I“: Mo-So von 10-16 Uhr und April-Oktober 10-18 Uhr.
SSS GORCH FOCK(I), An der Fährbrücke, 18439 Stralsund, Telefon: +49 3831 666 520

Quelle: gorchfock1.de

Daten und Fakten zur "Gorch Fock I"

Besatzung 1933
Offiziere:  Kommandant, I. Offizier, 3 Wachoffiziere, 1 Arzt, 1 Zahlmeister     
Feldwebel:   1 Bootsmann, 1 Steuermann, 1 Verwalter, 1 Maschinist, 2 Ausbildungsfeldwebel
Mannschaften:   24 Unteroffiziere,
20 Stammoffiziere, 1 Koch, 1 Steward,
1 Frisör, 180 Schüler (Kadetten)
Technische Daten
Schiffstyp:  Bark mit Hilfsmotor     
Bauwerft:  Blohm+Voss, Hamburg
Auftraggeber:  Reichsmarine     
Auftragserteilung:  02.12.1932     
Kiellegung:  14.01.1933
Stapellauf:  03.05.1933     
Indienststellung:  27.06.1933
Heimathäfen:  1933-1945 Hamburg,
1949-2003 Kherson, seit 2003 Stralsund
Maße und Gewichte
Länge ü. A.:  82,1 m     
Höhe (Airdraft):  87,3 m
Segelfläche:   1797 m²     
Anzahl Spante:  106     
Verdrängung:  1510ts
BRT:  1160    
Treibstoff:  28 Tonnen
Tiefgang:  4,8 m
Anzahl Segel:  23
Ballast:  300 Tonnen
Anker:  1600 kg